Oskars erster Einsatz

Ein Beitrag von Hundeführerin Petra U. mit ihren einsatzfähigen Rettungshunden Bubi und Oskar

Es ist kurz vor Mitternacht, als die Alarmierung alle weckt. Bubi ist sofort startklar. Er kennt den Signalton seit fast drei Jahren und will so schnell wie möglich ins Auto. Auch Oskar ist aufgeregt. Klar, wenn sein Rudel zügig zur Abfahrt aufbricht. Wie oft wollte er da schon mit und durfte nicht? Woher sollte er wissen, wie die Voraussetzungen für die Einsatzfähigkeit eines Rettungshundes sind? Aber heute, heute war es soweit.

Ihm wurde seine Transportbox im Auto geöffnet und er hüpfte erwartungsvoll rein. Auch Bubi stieg selbstverständlich in seine eigene Box. Dann ging es los. Das Navi lotste zur betreffenden Örtlichkeit. Am Einsatzort angekommen, hieß es für die Vierbeiner zunächst noch warten, bis die Hundeführer alle notwendige Ausrüstungsgegenstände (Kartenmaterial, Funk, GPS, Tracker für die Hunde) entgegen genommen haben. Dann ging es auch für Oskar los. Bei noch tropischen Temperaturen startete er in die Suche in das ihm völlig unbekannte Gelände. Wie gut, dass derartige Umstände (Dunkelheit, fremdes Gelände, andere Rettungshundeteams) auch Teil der Ausbildung waren. Oskar war mit Feuereifer dabei und war bis zum Schluss immer wieder motiviert, das Gelernte umzusetzen. Auch wenn er dieses Mal keine Person gefunden hat, hat er seinen Teil zum Gelingen des Einsatzes beigetragen. Die anderen Teams und er haben ausschließen können, dass die vermisste Person in hilfloser Lage im betreffenden Gelände aufhältig war. So konnte sich die Polizei auf andere Bereiche konzentrieren... Nach dem Einsatz war Oskar in den frühen Morgenstunden wie sein Rudelmitglied Bubi müde im Körbchen eingeschlafen, während sich die Zweibeiner für die "normale" Arbeit fertig machten.
Wir werden natürlich auch weiterhin intensiv trainieren. Oskar wird wie Bubi weiter mit Begeisterung dabei sein, denn es gibt noch soviel zu lernen und zu festigen. Aber wenn das nächste Mal ein Alarm eingeht, egal um wie viel Uhr, wird Oskar wieder dabei sein und sein Bestes geben, um das zu tun, wofür er ausgebildet wurde: Menschen in hilfloser Lage aufspüren und dort bellen, bis seine Hundeführerin bei ihm angekommen ist.